Silikon stellt für Hochleistungskabel für anspruchsvolle medizintechnische Anwendungen einen attraktiven Werkstoff dar. Er bietet eine hohe Hautverträglichkeit, eine geprüfte Biokompatibilität sowie eine ausgezeichnete Flexibilität in alle Richtungen.
Darüber hinaus ist das Material autoklavierbar und hält mehr als 500 Sterilisationszyklen stand. Diese Eigenschaften machen es zur etablierten Lösung für patientennahe Anwendungen wie endoskopische und minimalinvasive Verfahren, Dialyse sowie Monitoring-Systeme zur Messung von Blutdruck, Puls, EKG oder Temperatur.
Oberflächenmodifikation für verminderte Haftung
Eine bekannte Einschränkung des Materials ist jedoch der sogenannte Stick-Slip-Effekt: Seine Oberfläche neigt zu erhöhter Haftung auf Haut oder Instrumenten, die sich durch wiederholte Dampfsterilisation noch verstärkt. Durch eine speziell entwickelte Oberflächenmodifikation reduziert sich dieses Haftverhalten signifikant, ohne die positiven Materialeigenschaften zu beeinträchtigten.
Das Resultat sind verbesserte Gleiteigenschaften bei gleichzeitig erhaltener Flexibilität und Haptik, selbst nach mehr als 500 Autoklavierzyklen. Gleichzeitig verbessert die reduzierte Partikelhaftung das hygienische Profil.
Mechanische Belastbarkeit und Biokompatibilität
Durch eine geeignete Konstruktion in Kombination mit Hochleistungsmaterialien und patentierten Fertigungstechnologien können Silikonkabel au sserdem eine hohe mechanische Belastbarkeit erreichen, selbst bei kleinen Abmessungen. Für eine gute Biokompatibilität orientieren sich Leitungen in der Medizintechnik an den Normen ISO 10993-5 und ISO 10993-1. Während ISO 10993-5 die Prüfung auf zytotoxische Wirkung, also mögliche Zellschädigungen, beschreibt, definiert ISO 10993-1 den grundlegenden Rahmen für die biologische Beurteilung von Medizinprodukten.
Die Norm legt abhängig von Art und Dauer des Patientenkontakts fest, welche biologischen Tests erforderlich sind, und bildet damit die Basis für eine systematische Risikobewertung der Materialverträglichkeit. Je nach Einsatzgebiet werden zudem unterschiedliche technische Schwerpunkte gesetzt.
Einsatzspezifisches Kabel-Design
Für die chirurgischen Robotik kombinieren Ingenieure Erfahrungen aus der industriellen Robotik mit medizintechnischem Know-how. Sie integrieren unter anderem Glasfaserleitungen, Koaxialelemente, Einzelleiter und Zugentlastungssysteme und legen die Kabel für erhöhte Zug- und Torsionsbelastungen aus.
Im Patientenmonitoring vermindern miniaturisierte und rauscharme Kabelkonstruktionen, soweit es eben geht, triboelektrische Effekte und Mikrofonie, die durch Reibung, Torsion oder Vibration verursacht werden können. Dadurch wird die Stabilität der Signalqualität erhöht und eine hohe Sensibilität beibehalten.
Für die bildgebende Diagnostik werden hochflexiblen Flachbandkabel eingesetzt. Die Anwendungsbeispiele schlie ssen die Computertomographie, die kernmagnetische Resonanzspektrometrie und das Röntgen ein. Die hier eingesetzten Kabel behalten auch nach Millionen von Biegezyklen ihre elektrische und mechanische Zuverlässigkeit. Speziell in der Zahnmedizin kombinieren hybride Anschlussleitungen für Dentaleinheiten elektrische Leitungen mit integrierten Medienführungen, etwa mit PTFE-Schläuchen zur Wasser- oder Luftversorgung.
Beständigkeit gegenüber gängigen Sterilisationsverfahren
Die oberflächenmodifizierten Kabel sind mit gängigen Sterilisationsverfahren kompatibel, darunter Dampfsterilisation im Autoklaven, Plasmasterilisation mit Wasserstoffperoxid, Gassterilisation mit Ethylenoxid, Gammasterilisation, Ultraschallsterilisation, Reinigung und Desinfektion in Automaten sowie Wischdesinfektion.
Auch die Entwicklung kundenspezifischer Kabeldesigns ist möglich und in kurzer Zeit umsetztbar. Im Fokus stehen reproduzierbare Qualität, mechanische Robustheit sowie eine normgerechte Auslegung für den medizinischen Einsatz.


Kontakt
HEW-KABEL GmbH
D-51688 Wipperfürth
https://www.habia.com/en/contact/
https://www.habia.com