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Fraunhofer Reinheitstechnik-Preis Reiner! 2019 verliehen
(21.02.2019) Früher Clean! jetzt Reiner! Erstmals unter dem Namen Reiner! wurde auf der Lounges 2019 in Karlsruhe der Fraunhofer Reinheitstechnik-Preis verliehen. Den ersten Innovationspreis erhielt F. Hoffmann-La Roche für den Einsatz von Robotik in kontrollierter Umgebung und den Entwurf einer geeigneten Drug-Product-(DP-)Anlage. Dastex und Hydroflex Group teilen sich punktegleich Platz zwei. Dastex zeichnete sich durch einen Filterprüfstand für Reinraumtextilien unter realitätsnahen Belastungen aus, während Hydroflex mit einem sterilen und vorgetränkten Reinraummopp punktete.


Preisträger

Udo Gommel, Fraunhofer IPA (2. von rechts) und die Preisträger von links: Edward Becker, Hydroflex Group GmbH; Udo Gommel, Fraunhofer IPA; Markus Stübchen, F. Hoffmann-La Roche; Carsten Moschner, dastex (Quelle: Fraunhofer IPA/Foto: Tobias Herbst)



Erster Preis: Aufbau der massgeschneiderten DP-Anlage der Zukunft

Mit ihrer Idee zum Einsatz von hochautomatisierten und robotischen Systemen, die menschliche Eingriffe im aseptischen Bereich auf ein Minimum reduzieren, überzeugte F. Hoffmann-La Roche die Jury. Angesichts eines sich verändernden Portfolios hin zu kleineren Batchgrössen und zugleich steigendem Auftragsaufkommen, arbeitet das Unternehmen an dem Design einer auf diese Anforderungen zugeschnittenen Pro- duktionsanlage. Ein keimfreier Füllisolator soll das Kernstück auf dem Weg zur DP-Anlage der Zukunft bilden. Das handschuhlose Robotersystem bietet einen vollständigen Füll- und Verschliessvorgang vom Einsetzen der Tubs mit den Primärpackmitteln bis zum Entladen der gefüllten und verschlossenen Vials oder Spritzen. Der gesamte Befüll- und Verschliessvorgang findet dabei ohne Mitarbeitereingriffe statt. Die Abfüllzelle bietet neue Möglichkeiten und erfordert eine Neugestaltung von Verfahren, die sich über Jahr-zehnte etabliert haben. Dabei soll die DP-Anlage unterstützen, indem die einzelnen Fertigungsmodule netzwerk- und standortweit standardisiert werden.


Zweiter Preis: Filterprüfstand für Reinraumtextilien
Reinraumbekleidung hat eine besondere Schutzfunktion, denn sie ist immer noch der einzige Filter zwischen Mensch und Produkt. Bisher gab es nur einen etablierten Prüfstand in Europa. Dieser war ursprünglich für Tests in umgekehrter Richtung ausgelegt, also um den Träger vor Umweltrisiken bzw. Risiken am Arbeitsplatz zu schützen. Das Partikelrückhaltevermögen lässt sich jedoch auf diesem Prüfstand in beide Richtungen ermitteln. Verbesserungswürdig am bisherigen Prüfstand sind zwei Grundparameter, die Konzentration auf der Rohgasseite sowie der Differenzdruck zwischen der reinen und der verunreinigten Seite. Dastex hat sich dieser Problematik angenommen und einen neuen Prüfstand zur Messung des Partikelrückhaltevermögens gegenüber luftgetragenen Verunreinigungen entwickelt. Die Rohgasseite wurde hierbei so definiert, dass typische Werte in Bezug auf die Partikelabgabe eines Menschen zu Grunde liegen. Dazu wurde der Differenzdruck zwischen den Probeseiten reduziert. Ausserdem sind die Einflussgrössen während des Messverlaufs, wie beispielsweise die statische Aufladung, erkannt und entsprechend angepasst worden, sodass sie keinen unmittelbaren Einfluss auf die Messergebnisse mehr haben.


Zweiter Preis: Einwegmopp mit integriertem Desinfektionsmittel
Mit ihrem Reinraummopp gestaltetet Hydroflex die Reinräume sicherer und anwendungsfreundlicher. Der Einwegmopp besteht aus Polyester-Mikrofaser und ist in Kombination mit verschiedenen Mitteln erhältlich. Mit dabei sind alkoholische, biozide und sporizide Desinfektionsmittel, aber auch Neutralreiniger. Innerhalb kürzester Zeit steht dem Anwender ein einsatzfertiger, korrekt dosierter Mopp zur Verfügung. Vor der Neuentwicklung erfolgte die Reinigung und Desinfektion erst nach einer aufwendigen Vorbereitung. Zunächst musste eine Flüssigkeit angesetzt werden, womit dann der trockene Mopp getränkt wurde. Jetzt kann der Benutzer den Reinraummopp auch ohne Zugang zu hoch- reinem Wasser anwenden. Die Gefahr der Kontaminationsverschleppung und des Materialverschleisses wegen Mehrfachnutzung wird durch den Einsatz des Einwegmopps reduziert.


Weitere Informationen:
www.ipa.fraunhofer.de


Kontakt:
Dr.-Ing. Udo Gommel
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Nobelstr. 12
D-70569 Stuttgart
+49 711 970-1633
udo.gommel@ipa.fraunhofer.de

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