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Pilzen und Algen packen Lebensmittel ein

(09.11.2020) Um langfristig biologische Ressourcen zu schützen und Erdöl-basierte Produkte durch umweltgerechte nachhaltige Alternativen zu ersetzen, müssen Politik und Industrie stärker zusammenwirken. Das schreibt die frühere Vorsitzende des Bioökonomierates der Bundesregierung, Prof. Dr. Christine Lang, Vorstand der Belano medical AG, in einem Beitrag für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Sie skizziert anhand konkreter Beispiele, wie Gesellschaft, Industrie und Politik gemeinsam den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit vorantreiben können.


0911-Pilzverpackung

Pilze: Rohstoff für alternative Verpackungen (Bild: zvg)



Dazu gehört die Nutzung natürlicher Quellen wie Pilze. Diese können als Alternative zu Styropor zu Verpackungen für Lebensmittel, Take-away oder bei Lieferdiensten verarbeitet werden. «Pilzkulturen bilden durch ihr Zellgeflecht ein festes und kompaktes Material, das fast jede vorgegebene Form ausfüllt und damit direkt zum gewünschten Endprodukt heranwächst», schreibt Prof. Lang. Die Behältnisse können keimfrei aufbereitet werden. Während traditionelles Styropor ein Erdöl-Produkt und biologisch nicht abbaubar ist, könnten Pilz-Mycelien nach Gebrauch als Rohstoff für ein nächstes Produkt dienen. Ausserdem seien sie «im Sinne eines Rohstoffkreislaufs abbaubar».


Verpackungen für Lebensmittel könne man auch aus Chitosan, einer Substanz in Insekten und Krustentieren, gewinnen. Daraus lässt sich aktuellen Forschungen zufolge zum Beispiel biologisch abbaubare Mehrschichtfolie gewinnen. Sie ist «für hochwertige Verpackungen mit Barrierewirkung geeignet, da sie antimikrobielle Eigenschaften und eine hohe mechanische Stabilität aufweisen», heisst es in dem Beitrag.


Transparenz für Verbraucher: Wahre Kosten für die Umwelt abbilden
Die Natur kenne viele Wege für Zirkularität und Energieeffizienz, schreibt Prof. Lang weiter. Um den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit voranzutreiben, brauche es aber «politische Schritte und mehr Transparenz für Verbraucher, um besser erkennen zu können, was wirklich nachhaltig ist». In diesem Zusammenhang sei es unter anderem wichtig, «einen realistisch kalkulierten CO2-Preis von Produkten» und damit «die wahren Kosten für Umwelt und Gesellschaft abzubilden».


Alternativen werden auch für den klassischen Handel erforscht. So können herkömmliche Plastikfolien um Gemüse, Obst und Fleisch sowie Take-away-Becher bald der Vergangenheit angehören. «Ingenieure und Biologen arbeiten zusammen, um Algen als Ausgangsstoff für Lebensmittelumhüllungen aufzubereiten», nennt Prof. Lang ein Beispiel. Dabei werden aus Algen dünne Folien, die sowohl stabil als auch geruchs- und geschmacksneutral sind und nach der Verwendung entweder mitgegessen oder kompostiert werden. «Das könnte sogar das Ende der Plastik-Wasserflaschen sein – wenn die Entwicklung weiterverfolgt wird.»


Christine Land ist Professorin für Mikrobiologie an der TU Berlin und seit 2019 Vorstand der Belano medical AG. Sie ist ausserdem Präsidentin der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) und Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe Industrielle Bioökonomie beim Branchenverband «BIO Deutschland», der im BDI organisiert ist.


Medienmitteilung Belano medics

www.belanomedical.com

www.bdi.eu/spezial/forward-to-the-new/circlenomics

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