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Plattform für Zelltherapie in Bern lanciert
(29.11.2018) Die nationale, öffentlich-private Plattform «Translational and Clinical Bio-Manufacturing (TCBM)» will die Expertise der Regenerativen Medizin fördern.



29.11.-Uni-Bern

Die Regenerative Medizin gehört zu den sich am schnellsten entwickelnden Bereichen innerhalb der biomedizinischen Forschung – sie stellt kranke Zellen, Gewebe oder Organe wieder her. Nun wurde in Bern eine nationale, öffentlich-private Plattform unter dem Namen «Translational and Clinical Bio-Manufacturing (TCBM)» lanciert. Ihr Ziel ist es, die Expertise in der Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung zu bündeln, um die Regenerative Medizin sowie neue Zelltherapieansätze in der Schweiz zu fördern.


Die TCBM Plattform unterstützt als schweizerisches Netzwerk den raschen Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung (Translation). Dafür arbeiten Forschende, Klinikerinnen und Kliniker aus den sieben Schweizerischen Hauptuniversitäten und Universitätsspitälern mit Industriepartnern zusammen. Gemeinsam wollen sie die translationale und klinisch nutzbare Herstellung von Zellen und verwandten Produkten fördern. Erreicht werden soll dies unter anderem mit Workshops, um Herstellungsprozesse zu vereinfachen. Zudem sollen Ressourcen und Erfahrungen mit nationalen Arbeitsgruppen und Organisationen in der translationalen und medizinischen Bio-Fertigung gemeinsam genutzt und ausgetauscht werden. Nicht zuletzt werden in Schulungen auch Nachwuchskräfte weiter gefördert und ausgebildet.


Weiterer Ausbau des Medizinalstandortes Bern
Für Christian Leumann, Rektor der Universität Bern, steht die TCBM Plattform im Zeichen der langen Tradition der Universität Bern in Medizin und Gesundheit. «Dadurch wurden wir zu einem wichtigen Ort für Lehre und Forschung im Bereich Spitzenmedizin», sagt Leumann. «Eines unserer Ziele ist es, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung zu füllen. Mit der TCBM Plattform tragen wir dazu bei».


Co-Leiter der Plattform sind Prof. Eliane J. Müller, Leiterin Molekulare Dermatologie und Stammzellforschung an der Universität Bern und am Inselspital Bern, und Dr. Steffen M. Zeisberger, Verantwortlicher für Qualitätssicherheit und Zell- und Gewebe Biobanking am Wyss Zurich. «Diese erste gemeinsame Schweizer Plattform zur translationalen und medizinischen Fertigung biologischer Komponenten ist ein wichtiger Schritt in eine zukunftsgerichtete Forschung für regenerative Therapien», so Uwe E. Jocham, Direktionspräsident der Insel Gruppe. «Dass wir als Forschungsplatz Bern mit der Co-Leitung eine zentrale Rolle spielen, erfüllt uns mit Stolz. Denn mit dem Berner Universitätsspital wollen wir in der Stammzellforschung und Translation ganz vorne mit dabei sein.»


Synergien nutzen
Die Synergien in der translationalen und klinischen Produktion biologischer Komponenten werden durch die nationale TCBM Plattform auf drei Ebenen gefördert: Erstens arbeiten die Forschungsgruppen, die Reinräume zur Herstellung biotechnologischer Produkte für klinische Studien nutzen und betreiben, eng zusammen. Zweitens teilen sie ihre Erfahrungen zur Einhaltung von Richtlinien für gute Herstellungspraxis und treten bei Regulierungsverhandlungen mit Schweizer Behörden einheitlich auf. Drittens erleichtert die Plattform den Forschungsgruppen die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor und der Industrie, etwa um gemeinsame Projekte bei Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, oder dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) zu beantragen.


Sichtbarkeit für Industrie und Innosuisse erhöhen
Die TCBM Plattform ist dem nationalen Verbund «biotechnet Switzerland» angegliedert, die wiederum dem Nationalen Thematischen Netzwerk (NTN) «Swiss Biotech» angehört. Der NTN Swiss Biotech vertritt die Interessen der Schweizer Biotechnologie-Industrie, während biotechnet Switzerland akademische Forschungsgruppen in Biotechnologie unterstützt und deren Kompetenz an Industriepartner vermittelt. Dadurch wird die TCBM Plattform sichtbarer für die Industrie und Innosuisse. Finanziert wird die TCBM Plattform unter anderem durch Mitgliederbeiträge von öffentlichen und privaten Partnern. Die Administration wird zudem durch die Medizinische Fakultät der Universität Bern unterstützt. «Wir wertschätzen diese schweizweite Initiative, die sich nahtlos in die translationalen Bestrebungen der Universität Bern einfügt. Es ist uns daher ein Anliegen, deren Gelingen zu unterstützen», unterstreicht Hans-Uwe Simon, Dekan der Medizinischen Fakultät.


Nationale und Internationale Vision
Nach der erfolgreichen Gründung der TCBM Plattform sollen nun Mitglieder aus dem öffentlichen und privaten Sektor rekrutiert werden und sich der Beirat mit Personen aus Wissenschaft, Industrie und regulatorischen Behörden konstituieren. In Zusammenarbeit mit sitem-insel AG, dem Swiss Insitute for translational and Entrepreneurial Medicine, und dem im Aufbau begriffenen Zentrum für Präzisionsmedizin sind erste Workshops und gemeinsamen Aktivitäten im Bereich zellulärer Therapien für 2019 geplant. Mark Rubin, Direktor des Department for BioMedical Research (DBMR) der Universität Bern, freut sich auf die Kooperation: «Die TCBM Plattform wird den Aufbau unseres geplanten Zentrums für Präzisionsmedizin in Bern deutlich fördern. Beobachtungen aus Patientendaten können in Modelle überführt werden, um neue Therapien zu testen und zu entwickeln. In diesem Sinne heisse ich TCBM herzlich willkommen».


Eine Vision der TCBM Plattform ist es, ein eigenes Nationales Thematisches Netzwerk (NTN) in Regenerativmedizin und Zelltherapie mit Partnern von biotechnet Switzerland ins Leben zu rufen. Weiterhin sollen beim SNF einen NCCR (National Centres of Competence in Research) beantragt und die Aktivitäten der nationalen TCBM Plattform auf die EU und andere internationale Partner ausgedehnt werden.


Prof. Eliane J. Müller, Co-Leiterin der TCBM-Plattform: «Bei der Grundsteinlegung von sitem-insel AG in Bern hat Bundesrat Schneider-Amman gelobt, dass Bern mit seinen grossen Anstrengungen im Bereich der Translationalen Medizin in der Schweiz vom Nehmer zum Geber werde. Ich denke, dass die Industrie diesem Aufwärtstrend Beachtung schenken sollte.»


Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch
http://www.biotechnet.ch
https://www.swissbiotech.org
https://www.innosuisse.ch/inno/de/home.html


Kontakt:
René Aeberhard
TCBM/SCRM Office
Department for BioMedical Research (DMBR) der Universität Bern
Murtenstrasse 35
CH-3008 Bern
+41 31 632 79 12
rene.aeberhard@dbmr.unibe.ch


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