Die Herstellung empfindlicher Komponenten für Raketen, Raumfahrzeuge und Flugzeugtriebwerke sowie ihre Prüfung und Herstellung muss in kontrollierten Umgebungen stattfinden. Dies schliesst Partikel-, Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle ein. Selbst mikroskopisch kleine Verunreinigungen könnten schliesslich zur Funktionsunfähigkeit führen, zu Funktionsausfällen im All, zu Flugzeugabstützen oder zum Versagen militärischer Abwehrsysteme. So stellen Luft-, Weltraum- und Wehrtechnik wichtige Zukunftsfelder für Reinraumexperten dar, wie auch jüngst Dr. Udo Gommel vom Fraunhofer IPA, Stuttgart, anlässlich des Symposiums der Schweizerischen Gesellschaft für Reinraumtechnik SwissCCS im September im «Speakers and Future Talks Corner» der Messe Ilmac in Basel betonte.
Konsequenterweise begann Moog in Niagara Falls mit dem Bau eines neuen Reinraums für Antriebskomponenten und -systeme für Satelliten und Raketen für Raumfahrt und Verteidigung. Die Reinraumkapazität des Unternehmensstandorts in Niagara Falls wird dadurch um mehr als 80 Prozent erhöht, für Moog ein Meilenstein, für die Abnehmer aus den Branchen «Weltraumforschung» und «nationale Sicherheit» ebenso.
«Dieser neue Reinraum bildet die Grundlage für den weiteren Ausbau unserer Produktionskapazitäten im Bereich Antriebstechnik und die Steigerung unserer betrieblichen Effizienz, damit wir der wachsenden Nachfrage auf dem Markt weiterhin gerecht werden können», erklärt Mike Popadick, General Manager, In-Space Propulsion.
Eine spezielle Stärke des Projekts stellen vier Hot-fire-Prüfkammern dar, in denen die Triebwerke gezündet und unter extremen Bedingungen (> 3000 °C, Druck, Vibration) Messungen durchgeführt werden können. So lassen sich schon auf der Erde weltraumpraxisnahe Daten zur Schubkraft, zum Kraftstoffdurchfluss und zu vielem mehr gewinnen und die Leistungsfähigkeit des betreffenden Triebwerks sicherstellen. Die Bauarbeiten in Niagara Falls sollen planmässig bis zum Sommer 2026 abgeschlossen sein.
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D-71034 Böblingen
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